Wiederentdeckt…

Diesmal: Hörspiel Nr. 9
„Die drei ??? und die rätselhaften Bilder“

In dieser Rubrik wollen wir uns künftig in erster Linie ???-Hörspielen widmen, die wir sehr lange nicht mehr gehört haben.

Doch zunächst ein paar Fakten: Das Buch ist von William Arden, in den USA 1972, in Deutschland 1976 erschienen.
Das Hörspiel ist aus dem Jahr 1979. Es ist in der Originalversion rund 45 Minuten lang.

Ich muss gestehen, dass „die rätselhaften Bilder“, obwohl ich die Klassiker fast alle liebe, nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfolgen gehört, oder sollte ich lieber sagen gehörte. Als ich sie vorkurzem nach langer Zeit mal wieder hörte musste ich feststellen was das eigentlich für eine tolle Folge ist. Die Folge kam bei uns, wie bei vielen anderen bisher zu Unrecht nicht so gut weg. Was macht sie zu einer so guten Folge? Das hat mehrere Gründe, einer ist aus unserer Sicht ganz klar die Tatsache, dass der dritte Detektiv hier einen deutlich größeren Auftritt hat, als in anderen Abenteuern der Klassiker-Ära. Ist euch mal aufgefallen wie präsent Bob in diesem Fall ist? Nein? Uns ehrlich gesagt bisher auch nicht, aber es stimmt – Bob verfolgt zusammen mit Hal De Groots blauen Sportwagen gefühlt durch die halbe Stadt und das nicht etwas in seinem Käfer, den hatte er nämlich noch nicht, nein mit dem Fahrrad. Und selbst als das Signal des Peilsenders nicht mehr zu hören ist, gibt er nicht auf, sondern spornt Hal an nicht aufzugeben und kombiniert dann richtig und fährt zum Hotel Pacific, wo sie schließlich Peter und Justus befreien. Und nicht nur das, er setzt auch noch De Groots Sportwagen außer Gefecht, so das er sie nicht weiter verfolgen kann. Als die vier Jungen im weiten Verlauf des Falles eingesperrt werden, ist Bob der erste der in die dunkle Grube springt, obwohl er nicht weiß wie tief sie eigentlich ist und was sich dort unten befindet. In kaum einer anderen Folge ist ob so aktiv. Soviel zu unserem „Super-Bob“.
Das ist aber lange nicht alles. Wenn man sich dem Hörspiel etwas intensiver widmet, fallen einem noch eine ganze Reihe anderer Dinge auf. Mit dem oben bereits erwähnten Peilsender kommt ein ganz besonders Detektivgadget zum Einsatz, dass ich nach wie vor sehr liebe und das auch 191 Folgen später im Jubiläumsfall „Feuriges Auge“ immer noch genauso gut funktioniert.
Obwohl das Hörspiel „nur“ rund 45 Minuten lang ist, wird hier richtig was geboten. Die Folge hat alles was ein tolles, spannendes ???-Abenteuer braucht. Ein rätselhaftes Bilder-Rätsel („Sagt es ihnen! Zick, zick, zick, nein zack … die falsche Richtung … Meister … meine Bilder … meine Leinwand … Zickzack falsch … sagt es ihnen … falsch…“), das problemlos ohne Victor Hugenay auskommt. Der Erzfeind der drei Detektive ist mit am Start, viele verdächtige Personen, darunter ein äußerst mysteriöser und rigoroser Holländer. Dazu ein afrikanischer Leopard in einem Glaskäfig, ein geniales Telefonat von Maxwell James mit seinem Freund Alfred, welches uns immer wieder schmunzeln lässt und am Ende eine durchaus überraschende Auflösung des Falles.

Zum Schluss noch ein paar weitere Anmerkungen: Der Titel ist sehr passend, was gerade heutzutage leider häufig nicht mehr so ist. Das Cover von Aiga Rasch passt ebenfalls sehr gut zur Folge. Die Sprecher sind ohne Ausnahme sehr gut, die schöne alte Musik passt perfekt (zur Neuauflage können wir in dem Punkt nichts sagen). Das Hörspiel ist nicht allzu gruselig, dafür bis zum Schluss sehr spannend und witzig.
Highlights der Folge: De Groots Aussprüche („…und kein Gedonder,…“), Die Verfolgungsjagd mit dem Peilsender, „Die Eichhörnchen-Juwelen“, Maxwell James Telefonat mit Alfred Hitchcock, und natürlich unser Bob in Höchstform. 😉

Insgesamt ohne Wenn und Aber 5 von 5 Fragezeichen.